A Hero – versunken in der Schuldenfalle

Im Schuldenstrudel zu geraten ist überall auf der Welt ein Problem. Sie kann im Gefängnis enden. Der Film «A Hero», den ich am Zürcher Filmfestival sehen konnte, übt leichte Gesellschaftskritik. Er zeigt das Leben eines Kleinunternehmers, seine Probleme und seine Liebe. Ein schön gemachter Film, der mit zahlreichen Preisen dekoriert wurde.

Trailer «The Hero»

Der Film zeigt das iranische Gefängnis ein wenig als «Wohlfühlstation». Die Unterbringung ist bequem, die Gefängnisleitung ist gesprächig und hilfsbereit. Das in einen Land, wo es rasch zu schweren Strafen kommt, z.B. der Todesstrafe.

Das beeindruckende Drama von Ashgar Farhadi wurde als Plagiat angegriffen. Der Filmemacher reagierte mit einer Anzeige wegen Verleumdung, da drohten der Klägerin schon einmal Peitschenhiebe und bis zu 2 Jahren Gefängnis. Nur weil jemand ein «Unrecht» in den Raum stellt und es im besten Fall nur «Geld» gegeben hätte. Die Studentin Azadeh Masihzadeh hat für den Film lange recherchiert, jedoch im Auftrag von Ashgar Farhadi. Doch ist sie damit Urheberin? Das Gericht bejahte dies, es geht in die nächste Instanz.
Artikel bei SRF

Wie denn auch sei, ich wünsche Ashgar Farhadi weiterhin viel Glück filmisch das Leben im Iran zu beschreiben.




Zensur in der Literatur

Islamische Länder stören sich an westlicher Literatur. Dort werden Wertvorstellungen vermittelt, die geselllschaftlich nicht toleriert werden. Der Iran legt daher hohe Latten an die Übersetzer. Darüber berichtete Akram Pedramnia an den Solothurner Literaturtagen. Sie hat z.B. das Werk Lolita von Vladimir Nabokov übersetzt und viele andere Autoren. Der Buchtitel von Lolita ist komplett anders, im Westen erotisch angehaucht mit langen Beinen, die persische Version eine geschickte Fotografie.

Übersetzer wollen, dass ein Buch in Persien veröffentlicht werden. Die offiziellen Regeln sind nicht klar. Meistens versuchen bereits bei der Übersetzung Zensur zu verhindern. Ist das Kreativität? Ja, doch andererseits wird die Kreativität der Schriftsteller verfälscht.

Die Behörden zensieren Wörter, Absätze oder ganze Kapitel, unter Umständen bedeutet das die Flucht in den Schwarzmarkt. In der Zeit, als Afghanistan durch die USA besetzt gewesen ist, hatte es die Literatur leicht. Einige Bücher wurden gedruckt, die später im Iran auf dem Schwarzmarkt auftauchten.

Iran ist eine Kulturnation, sie lieben Literatur, die Zensur weniger. Akram Pedramnia veröffentlicht ihre Bücher, damit diese nachgedruckt werden. Der Verlag verdient nichts, doch die Leser sehen Einblicke in eine andere Welt. Dennoch, verdammt werden, darf der Iran auch nicht. Es gibt kritische Filme, welche die Zensur gewähren lässt, vor allem zu sozialen Fragen, wie z.B. «A Hero»

Noch eine Anmerkung, auch die USA zensieren, indem sie im Iran Google verbieten und somit den Zugriff auf viele Informationen erschweren, speziell, wenn Reisende unterwegs sind.