Isfahan

Wahrscheinlich die Stadt, die aufgrund der herrlichen Moscheen, Brücken, Plätzen und Palästen den touristischen Höhepunkt einer Iranreise ausmacht. Die Menschen sind hier sehr an anderen interessiert; zwar sind Hotelkapazitäten knapp, aber wir können mit Einheimischen Herausforderungen anpacken und Probleme wie die wenigen Übernachtungsmöglichkeiten lösen. Ein Platz wird sich immer finden lassen.

In Isfahan wurden wir eingeladen und verbrachten einen schönen Gitarrenabend. Verschleierung Fehlanzeige, wir sprachen offen über das Leben, Politik, Autos und meine Eindrücke.

Eingeladen hatte ein junger Mann, der als Ingenieur in Bayern arbeitet, er wollte wissen, wie seine Frau dort eine Stelle finden kann. Bisher sitzt sie aufgrund fehlender Deutschkenntnisse und anhand wiederholendem Ansprechen über ihre Familienplanung zuhause. Er denkt hingegen fortschrittlicher und meinte, heute sollten Frauen unabhängiger leben.

Er zeigte mir Isfahan, wir besuchten das armenische Viertel und unterhielten uns oft über Toleranz. «Der Alkohol, ist der wirklich so schlimm?» Er fragte danach, da er aufschnappte, dass die Menschen in Bayern beim Bier lockerer werden würden. «Alles mit Vernunft.» «Doch was ist Vernunft, was ist die Zukunft?» Fragte er mich auf meine Antwort hin. Die Gespräche führten wir in Englisch, in Deutschland ist das die Konzernsprache.

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Shiraz

Shiraz ist eine sehr interessante Stadt ca. 1000 km südlich von Teheran. Sie ist von Wüsten umgeben und beherbergt antike Stätten und schöne Paläste und Gärten. Ich konnte die Zeit geniessen und mich mit jungen Leuten über die Schweiz unterhalten. Sie sprühen vor Ideen.

Gewohnt hatte ich am Stadtrand bei einen jungen Iraner. Die Wohnung war kaum eingerichtet, ca. Euro 400,- pro Monat Miete in einem angenehmen Haus, nicht weit von der U-Bahn Station. Ich spazierte immer in die Altstadt. Dort setzte ich mich in ein Lieblingscafé, von wo aus ich die Dächer der Altstadt überblicken konnte.

Ein wenig recherchierte ich nach Hotels. Die gab es allerdings, sogar mit hübschen Innenhöfen. Ich diskutierte oftmals über die Reisebranche. Diese ist willkommen, und Shiraz verfügt über viele bezaubernd schöne Parks und Paläste. 

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Teheran

Teheran ist die erste Station für jeden Iran-Reisenden. Die quirlige Stadt ist für Geschäftsleute ideal, auch kulturell lohnt es sich, das Land zu besuchen. Ich verbrachte die ersten Tage meiner Reise hier, lernte die Menschen kennen und betrieb Couchsurfing . Das Internet ist sehr langsam, viele Social Mediaplattformen blockiert. Die Leute lieben Instagram, was im Iran führend ist.

Ich verbrachte eine prima Zeit hier und erhielt Einblicke in das iranische Alltagsleben. Mit Englisch konnte ich ein wenig durchkommen, ansonsten mit Händen und Füssen. Ich liess mir die Adresse aufschreiben und mir helfen. Mit dem ÖV klappte es immer. Nur zur nächsten U-Bahn waren es fünf km , die ich mit verschiedenen Bussen bewältigte.

Mein Gastgeber war Bauingenieur, aktuell ohne Mandat. Sein Bruder floh nach Russland, soll aber zurück geschickt werden, die Familie sorgte sich sehr um ihn. Die Arbeitsperspektiven im Iran sehen weniger rosig aus. Ich plante dort, meine Weiterreise und suchte für mein Couchsurfing Kontakte in Shiraz und Isfahan .

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Vorbereitung

Vom 27.4.2016 bis 26.5.2016 plante ich den Iran kennenzulernen. Unser Versuch mit dem Sprachen Austausch Forum Mylanguageexchange führte zu wenig Ergebnissen, ein paar E-Mails, ein paar Chats, doch keine Adressen, wo ich günstig unterkommen konnte.

Ich verlasse mich immer auf die Organisation meines Reisepartners. Einen Auftrag konnte ich vermitteln, so hatte ich etwas Geld für eine Inforreise. Das Visum bekam ich am Flughafen ausgestellt, ich stoppte vorher in Moskau und flog dann weiter via Baku nach Teheran.

In Russland empfahl mir jemand Couchsurfing, zudem wies ich dafür bereits einen Kontakt in Teheran auf. Dort wurde ich schliesslich auch prima aufgenommen. Mein Reisepartner meinte, ich könnte doch weiter Couchsurfing probieren. Rein gar nichts war dem entgegenzusetzen; schliesslich sind die Hotels knapp und teuer. Für meine Weiterreise war`s am besten, in den Bus zu steigen und die Städte Isfahan und Shiraz zu befahren.

Die Gitarre war mein Begleiter. Der Botschafter versicherte mir vorab, dass ich für mich jederzeit in Parks spielen dürfe. Das war in der Tat so, meine begeisterten Zuhörer waren Militär und Polizei.

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